Kultur
im Hafen

An jedem Ort auf der Welt, in jeder Stadt, in jedem Land und auch in jedem Hafen entsteht ganz automatisch eine Kultur. Ein oberflächlicher Blick auf den Kehler Hafen drängt Beschreibungen auf wie schmutzig, schrottig, schwer, derb, hart der Hafen ist. Wer jedoch tiefer blickt, der entdeckt, dass die Kehler Hafen-Kultur eng verbunden ist mit der Kunst… Und die entstand stets und entsteht immer noch an den unterschiedlichsten Orten.


Dr. h.c. Horst Weitzmann und Frau Marlis Weitzmann
Dr. h.c. Horst Weitzmann und Frau Marlis Weitzmann

Größte Sammlung badischer und elsässischer Kunst

Sehr viel Kunst findet sich seit den 1990er-Jahren in den Gebäuden der Badischen Stahlwerke im Kehler Hafen. Es ist die wohl größte Sammlung badischer und elsässischer Künstler. Sammlungsgründer und Miteigentümer des Unternehmens ist Dr. h.c. Horst Weitzmann. Er sorgte gemeinsam mit seiner Frau Marlis Weitzmann und dem Kurator und international etablierten Künstler Werner Schmidt dafür, dass Kunst in Treppenhaus, Besprechungsraum, Büro, Foyer etc. hängt. Darunter auch Werke nicht-badischer Künstler wie z.B. eine Zeichnung von Christo und Jeanne-Claude (verpackter Reichstag in Berlin).


Frieder Geiler - Badischen Stahlwerke
Frieder Geiler - Badischen Stahlwerke
Frieder Geiler - Badischen Stahlwerke
Frieder Geiler - Badischen Stahlwerke

Frieder Geiler und die Stahlwerke

Aber auch Teile der Fassade der Badischen Stahlwerke bietet der Kunst Raum. Der Kehler Maler und Grafiker Frieder Geiler brachte u.a. dreidimensional wirkende Reliefs aus insgesamt 350 aneinander gereihte Dreiecke auf die Edelstahlfassade.

Röhrenkunst von Rainer Gutekunst
Röhrenkunst von Rainer Gutekunst

Röhrenkunst von Rainer Gutekunst

Zum 100. Geburtstag des Hafens im Jahr 2000 ist es der Kehler Künstler Rainer Gutekunst, der von der Hafenverwaltung mit der Erschaffung von vier Großplastiken beauftragt wird. Gekrümmte Rohre, die wie aus der Erde herauszuwachsen scheinen, stehen für die Industrie im Hafen, für die Glut in den Stahlwerken und für die Schiffsschornsteine. Inspiration für die Hafenverwaltung, sich für diese Kunst zu entscheiden, waren damals die Abluftschächte der Metro in der Nähe des Pariser Centre George Pompidou. Und: Auch das Museum für zeitgenössische Kunst in Straßburg entschied sich für diese Symbolik.

Raumzeichen: Manfred Emmenegger-Kanzler
Raumzeichen: Manfred Emmenegger-Kanzler

Raumzeichen: Manfred Emmenegger-Kanzler

Dr. Horst Weitzmann bzw. die Stahlwerke selbst schenkten dem Hafen zum 100. Geburtstag ein weiteres Kunstwerk: Das „Raumzeichen“ des Künstlers Manfred Emmenegger-Kanzler, welches die Hafenzufahrt schmückt.

Windspiele von Frieder Geiler
Windspiele von Frieder Geiler

Windspiele zur Begrüßung, von Frieder Geiler

Anlässlich der Landesgartenschau in Kehl im Jahr 2004 wurde die Hauptzufahrt in den Rheinhafen durch ein weiteres Kunstwerkensemble bereichert: Der Kehler Künstler Frieder Geiler erschuf fünf Edelstahl-Arbeiten, die sich nun entlang der Hafenzufahrt-Ost befinden. Auftraggeber war die Hafenverwaltung, die mit den als Windspiel konstruierten Signalen die Besucher des Hafens durch eine Verbindung von Natur und Technik begrüßen lassen. Es genügt ein leiser Windhauch, und die aus Acrylglas gefertigten Dreiecke in ihren vier Meter hohen Edelstahl-Säulen geraten in Bewegung. Wohin der Weg führt, ist auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch zu lesen: Hafen Kehl!

Animal Garden in Industrie und Natur von Tilmann Krieg
Animal Garden in Industrie und Natur von Tilmann Krieg

Animal Garden in Industrie und Natur von Tilmann Krieg

Im Hafen begegnen sich auch Kunst und Natur: Animal Garden heißt das Projekt des Künstlers Tilmann Krieg, das 2016 im Auftrag der Hafenverwaltung entstand. Es befindet sich auf der naturschutzrechtlichen Ausgleichsfläche der Hafenverwaltung, um das Engagement des Industriehafens für Umwelt und Natur zu dokumentieren. Tilmann Krieg arbeitete dabei mit dem Naturschutzbeauftragten Dr. Ingo Nikusch zusammen. Die dargestellten Tierarten sin die Seeschwalbe, der Eisvogel, die Mauereidechse, die Blindschleiche und die Ringelnatter und außerdem folgende Insekten: Kleiner Fuchs, Hauhechelbläuling, Schwalbenschwanz, Streifenwanze, Blaue Ödlandschrecke und die Gottesanbeterin.

Kehler Berge - Gabriele Engelhardt
Kehler Berge - Gabriele Engelhardt

Gabriele Engelhardt versetzt sie: Kehler Berge

In die Räume der Hafenverwaltung selbst hat man die „eigenen“ Schüttgutberge aus dem Hafengelände versetzt. Dies geschah mit den Werken von Gabriele Engelhardt. Die international renommierte Künstlerin studierte Fotografie und Bildhauerei. Ein Fotografie-Wettbewerb führte sie 2016 nach Kehl in den Hafen, wo sie die Kehler Berge nicht nur tausende Male fotografierte, sondern diese Fotografien aus der Zweidimensionalität zumindest optisch in die Dreidimensionalität überführte. In „kleinen Rahmen“ sind die Fotografien Gabriele Engelhardts im Hafenverwaltungsgebäude zu sehen. Mit der Ausstellung „Kehler Berge“ führte Gabriele Engelhardt ihre Arbeit im Hafenjubiläumsjahr 2025 weiter und brachte diese – ganz hafenlogistikgemäß – auf Containern in die Kehler Innenstadt. Ein Projekt, in dem die Hafenverwaltung, die Stadt Kehl und deren Wirtschaftsförderung zusammen mit Gabriele Engelhardt ihre Kräfte bündelten, um die Menschen im Hafen mit den Menschen in der Stadt zu verbinden.

Graffiti - Hafen Kehl
Graffiti - Hafen Kehl
Graffiti - Hafen Kehl
Graffiti - Hafen Kehl

Graffiti von ????

Neben renommierter Kunst gibt es auch jene, die auf den ersten Blick anonym zu sein scheint, aber dennoch in ihre ganz eigene Community kommuniziert: in die der Sprayer. Graffiti auf Güterwaggons im Hafen sind nahezu die Regel – und es bleibt jedem überlassen, ob er sie schätzt oder als übergriffig sieht. Sie ist einfach da…

Wunderbare Gemälde: Atelier Hanauerland Werkstätten Diakonie Kork

Kunstwerke von ganz besonderen Künstlern sind jene, denen sich der Hafen mit sehr viel Großzügigkeit und offenem Herzen widmet. So sind Menschen mit Behinderung aus der nur einige Kilometer entfernten Diakonie in Kork regelmäßig zu Gast im Hafen. Mitarbeitende der Hafenverwaltung sorgen dann für einen schönen Erlebnistag. Da die Hanauerland Werkstätten der Diakonie für die Menschen mit Behinderung auch ein gerne und viel genutztes Atelier bereithalten, stand ein Hafenrundgang dieser künstlerisch ambitionierten Menschen im Zeichen der Inspiration fürs Malen. Ergebnis: Eine Ausstellung bewundernswerter Werke, die ihresgleichen suchen, und in Teilen auch von der Hafenverwaltung angekauft wurden.

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